Hike, die neue Messenger-App

Derzeit hört man ja viel über den potentiellen WhatsApp-Nachfolger Hike. Den musste ich natürlich auch gleich einmal ausprobieren.

Bedenken

Wie zuvor bei WhatsApp hatte ich auch hier erst Bedenken bezüglich des Adressbuchabgleichs. Werden nur die Telefonnummern hochgeladen, oder am Ende doch alles? Denn wie Robin Will hier beschreibt, ist auf den ersten Blick kein Geschäftsmodell erkennbar. Die App ist – zumindest derzeit – gratis für die gängigen Plattformen iOS, Android und Windows Phone erhältlich. Für WhatsApp gab es ja schon einmal eine Protokollanalyse, die mich damals dann auch dazu bewegt hat, die App zu installieren. Nun wollte ich wissen, ob es sowas auch schon für Hike gibt, und habe einfach mal auf Twitter in die Runde gefragt. 10 Minuten später meldet sich (wohlgemerkt nicht direkt angeschrieben) der Support.

Das nenne ich Support. Nicht nur, dass sie allgemein nach Erwähnungen ihrer App suchen, sondern dabei auch die Sprache egal zu sein scheint. Es stand auch schon in einigen Artikeln, dass sie auf Twitter sehr aktiv sind und bereits erste Nachbesserungen wie Verschlüsselung angekündigt haben. Und an dieser Stelle muss ich übrigens Robin Will korrigieren, WhatsApp bietet laut den Release Notes seit Version 2.8.3 eine Verschlüsselung, über die Stärke schweigen sie sich aber aus. Wie bei so vielen anderen Problemen…

Features

Foto-1

Chatansicht

Die Einrichtung funktioniert denkbar einfach. Die App starten, eigene Telefonnummer eintragen, Aktivierungscode aus der empfangenen SMS eintippen, fertig. Und schon bekommt man angezeigt, wer von seinen Kontakten ebenfalls zu den Early Adoptern gehört und kann gleich drauf los schreiben.

Neben normalen Textnachrichten werden auch Bilder, Audio und Video unterstützt. Zur Empfangs- und Lesebestätigung wird ein dreistufiges Modell verwendet (Sent, Delivered, Read). Einen Chat mit mehreren Teilnehmern konnte ich aufgrund fehlender Kontakte noch nicht testen.

Hike bietet außerdem das Versenden von Frei-SMS an. Allerdings gilt das nur, wenn der Empfänger in Indien sitzt. Entsprechend kann man sich das Aufstocken des SMS-Kontingents durch das Verbinden von Facebook oder Twitter erst mal sparen.

Kritik

– Man kann zwar zu Beginn den eigenen Namen einstellen, allerdings scheint der nur (wie auch bei WhatsApp) nur für die Push-Nachrichten verwendet zu werden. Ein Kontakt hatte meine Nummer nicht im Adressbuch und wusste erst mal nicht, wer ich bin.

– Die Anzeige für Gesendet / Empfangen / Gelesen finde ich etwas schlecht zu erkennen, da es relativ ähnliche Grautöne sind (siehe Bild oben)

– Während man bei Bildern und Videos die Wahl hat, eine neue Aufnahme zu machen oder eine bestehende auszuwählen, kann man bei Audio nicht auf bereits aufgezeichnete Sprachmemos zurückgreifen. Da ich diese Funktion aber auch früher noch nie benutzt habe, weiß ich nicht, ob das wirklich so tragisch ist.

– Und natürlich die fehlende Verschlüsselung. Das ist ein absolutes Muss und wird angeblich bis zum Ende des Jahres eingebaut.

Fazit

Bisher macht der Messenger einen ganz netten Eindruck und der Support scheint hochmotiviert. Wie gut die App wirklich ist, wird sich erst in den nächsten Tagen und Wochen im Praxistest zeigen. Aber dazu bräuchte ich mal mehr als 3 Leute, die ich bisher anschreiben kann.

Also: Holt euch das Ding und probiert es aus. Aufgrund der fehlenden Verschlüsselung aber vorerst mal nicht in öffentlichen WLAN-Netzen benutzen!

7 Thoughts on “Hike, die neue Messenger-App

  1. Hi Andreas,

    Many thanks for the brilliant mention. We love it. We are genuinely listening to our brilliant users. It helps us better each day.

    Feel free to drop in your feedback at support@hike.in and we sure would be happy to help!

    Also, if you have ideas: drop in a hi: hi@hike.in

    *Disclaimer: Paritosh represents Growth team, @hikeapp

  2. macwoern on 6. Dezember 2012 at 17:10 said:

    wenn du möchtest teste ich mit… einfach mal eine Nachricht über twitter (macwoern) dann schick ich dir meine nummer per dm

  3. Wie wollen die sich finanzieren?
    Werbung? Irgendwann doch was verlangen? Daten verkaufen?

    Ich werd jedenfalls bei WhatsApp bleiben erstmal, auch wenns bald was kostet.

    • abrain on 6. Dezember 2012 at 17:16 said:

      Ich kann mir vorstellen, dass die App jetzt mal zur schnellen Verbreitung kostenlos ist, und später einen kleinen Betrag kostet. WhatsApp war auf dem iPhone z.B. schon lange (immer?) kostenpflichtig, keine Ahnung, warum sie die für Android kostenlos hergegeben haben. Vielleicht war das auch als Anreiz gedacht

  4. Und was genau spricht dann gegen WhatsApp?

    • abrain on 6. Dezember 2012 at 17:32 said:

      Ich hab’s noch nicht deinstalliert und werde es erst mal noch parallel benutzen. Auf lange Sicht wird sich WA aber nicht halten können, wenn sie sich so verschanzen wie bisher. Ihnen wurden Sicherheitslücken (Accountübernahme leicht gemacht) nachgewiesen und sie beziehen weder Stellung dazu, noch ändern sie was an der Problematik.

  5. Whatsapp ist immernoch unsicher und ich finde, dass man Softwarehersteller für so etwas abstrafen sollte.

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